Als am späten Dienstag die Wahlergebnisse bekannt wurden, brach in der überwiegend arabischen Stadt Taibe im Zentrum Israels eine Feierstimmung aus. Feuerwerke erhellten den Nachthimmel, während jubelnde Menschenmengen die Straßen füllten und einen bedeutenden Moment für die Gemeinschaft markierten. Der Sieg stellt einen Wendepunkt für Israels zwei wichtigsten von Arabern geführten Parteien, Raam und die Gemeinsame Liste, dar, die gemeinsam mehr Sitze im Knesset sichern werden als bei jeder vorherigen Wahl.
Die hohe Wahlbeteiligung, die in Taibe 80 Prozent überstieg, hat die Arbeiterklassestadt belebt. Amir Hajj Yahya, ein 30-jähriger Bewohner, der sich am Mittwochabend mit Freunden vor einem Burgerladen versammelt hatte, betonte die Notwendigkeit, diesen politischen Erfolg in greifbare Verbesserungen des täglichen Lebens umzuwandeln. Die Jubelstimmung in Taibe steht jedoch im scharfen Kontrast zu den Reaktionen anderswo in Israel.
Mitglieder der Opposition haben schnell ausgeschlossen, Koalitionen mit arabischen Parteien zu bilden, während einflussreiche Fernsehkritiker davor warnten, diesen Gruppen Einfluss auf zukünftige Entscheidungen in Sicherheits- und Außenpolitikfragen zu gewähren. Für viele arabische Bürger unterstreicht diese Reaktion eine wahrgenommene Unwilligkeit der breiteren israelischen Gesellschaft, ihnen Mitspracherecht bei der Zukunft des Landes zu gewähren. Shadi Hajj Yahya, ein 34-jähriger Lkw-Fahrer aus Taibe, beschrieb die Reaktion als Beweis für die rassistischen Einstellungen, denen sie gegenüberstehen.
Es bestehen weiterhin Bedenken, dass arabische Parteien trotz der historischen Wahlbeteiligung und der Sitzzuwächse möglicherweise von einer sinnvollen Entscheidungsfindung ausgeschlossen bleiben. Noreen al-Nashef, eine 52-jährige Anwältin aus der Stadt, äußerte die Sorge, dass die Stimme am Ende nutzlos sein könnte, wenn sie sich nicht in tatsächlichen Einfluss auf die Regierungsrichtlinien übersetzt.
Quellen: The New York Times World.