Ein neues Buch des investigativen Journalisten Matthew Cole untersucht Jared Kushners mutmaßliche finanzielle und diplomatische Geschäfte mit führenden Persönlichkeiten und Regierungen im Nahen Osten, in Russland und in Israel. Das Buch mit dem Titel „Princes and Thieves: The Secret Plot by Jared Kushner and Mohamed bin Zayed to Remake the Middle East“ ist in den Vereinigten Staaten erschienen und noch nicht als brasilianische Ausgabe erhältlich, wie aus einer Kolumne von Laura Greenhalgh hervorgeht.

Das Buch beginnt mit einem Bericht, der einer Quelle zugeschrieben wird, die Cole 2020 erzählt habe, niederländische Behörden hätten Kushners Telefon überwacht, während er auf ein in Dubai geführtes Konto zugriff. Die Quelle behauptete, Hunderte Millionen Dollar auf dem Konto stammten von einer aserbaidschanischen Bank und Kushner habe beträchtliche Summen an mehrere Personen überwiesen, darunter einen Warlord, einen Söldner und eine Person, die als ehemaliger Auftragskiller bezeichnet wurde. Die Kolumne zufolge führt Coles Darstellung die Informationen auf einen mit Russland verbundenen Hacker zurück, der die Seiten wechselte, nachdem er von den niederländischen Behörden enttarnt worden war und ihm in Großbritannien eine mögliche Festnahme drohte.

Coles Buch stellt den angeblichen Geldflüssen Berichten zufolge eine Verbindung zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und zum Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Zayed, her, denen die Kolumne politische Ziele im Zusammenhang mit regionalem Einfluss und dem Atomabkommen mit Iran zuschreibt. Außerdem wird behauptet, dass 2017 aserbaidschanische Banken dazu genutzt wurden, große Beträge in arabischen Währungen zu waschen und in US-Dollar umzutauschen, und dass andere von Kushner verwaltete Konten letztlich über ungewöhnliche Wege Geld an die israelische Zentralbank überwiesen.

Die Vorwürfe werfen Fragen zu möglichen Interessenkonflikten während Trumps erster Amtszeit auf, als Kushner ein offizielles Regierungsamt bekleidete. Damals hatten seine Immobilienprojekte Schwierigkeiten, darunter der Turm 666 Fifth Avenue in Manhattan, der mit einem Kredit in Milliardenhöhe belastet war, heißt es in der Kolumne. Sie fügt hinzu, dass seine finanziellen Vereinbarungen nun einer rechtlichen Prüfung unterzogen werden könnten.

Laut Artikel kehrte Kushner während Trumps zweiter Amtszeit als informeller Berater ins Weiße Haus zurück. Er erklärte, er habe in beiden Funktionen auf ein Regierungsgehalt verzichtet, während er weiterhin Zugang zu strategischen Informationen hatte. Die Kolumne weist darauf hin, dass er 2021 die Investmentfirma Affinity Partners gründete, und wirft die Frage auf, ob dieser Zugang dem Unternehmen nützen könnte.

Kushner bestreitet die in Coles Buch beschriebenen Machenschaften, schreibt Greenhalgh. Das Buch wirft der Kolumne zufolge auch weitergehende Fragen zu den Interessen der Familie Trump in Bereichen wie Kryptowährungen, Technologie, Waffenherstellung, Verteidigungssystemen und Immobilien auf.

Quellen: Folha Mundo.