Gérald Darmanin hat Gabriel Attals Vorschlag einer Vorwahl der Mitte-rechts-Parteien vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027 abgelehnt und stattdessen dazu aufgerufen, sich hinter Édouard Philippe zu vereinen. Darmanin, Justizminister und Unterstützer des Vorsitzenden der Partei Horizons, richtete diesen Appell am Dienstag, dem 3. November, in einem Interview mit BFMTV und RMC an die politischen Akteure.

Darmanin hatte sich zuvor für eine Vorwahl ausgesprochen und im Februar gesagt, ein gemeinsamer Kandidat sei nötig, um eine Wahlniederlage und das Verpassen der Stichwahl zu verhindern. Nun argumentiert er, dass bei noch etwa 200 Tagen bis zur Wahl nicht genügend Zeit für ein solches Verfahren bleibe. Außerdem verwies er auf Umfragewerte, die im Interview genannt wurden: Demnach lag Philippe bei 15 bis 17 Prozent, Attal hingegen bei 4 bis 5 Prozent.

Darmanin forderte Attal und den Vorsitzenden der Partei Les Républicains, Bruno Retailleau, auf, ihre politischen Prioritäten in Gespräche mit Philippe einzubringen. Er räumte ein, dass Philippes Positionen nicht vollständig seiner eigenen Vorstellung von der „sozialen Rechten“ entsprächen, argumentierte jedoch, dass die Unterstützung eines Kandidaten nötig sei, um Einfluss auf dessen Programm zu nehmen.

Philippe hat sich wiederholt gegen eine Vorwahl ausgesprochen und sie als Quelle von Spaltung und Verwirrung bezeichnet. Attal, der eine Vorwahl als unvermeidlich bezeichnet hat, entgegnete, das größere Risiko bestehe darin, dass mehrere Kandidaten im ersten Wahlgang die Stimmen unter sich aufteilten. Er warnte, eine Stichwahl zwischen Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon wäre ein „Kataklysmus“.

Auch der Vorsitzende der MoDem, François Bayrou, und der Präsident des Verbands der Bürgermeister Frankreichs, David Lisnard, haben sich für eine Vorwahl der Mitte-rechts-Parteien ausgesprochen. Retailleau hat eine solche nicht ausgeschlossen, sie jedoch an Bedingungen hinsichtlich der Teilnahme geknüpft.

Quellen: Le Monde.