Ein Bericht auf Grundlage von Ermittlungsmaterial der italienischen Guardia di Finanza schildert Kontakte zwischen dem ligurischen Gouverneur Giovanni Toti und dem Unternehmer Aldo Spinelli, darunter politische Spenden und Treffen vor Wahlen. Toti wurde laut dem Bericht wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen. Demnach beliefen sich die Spenden an seine Komitees innerhalb von drei Jahren auf insgesamt 74.000 Euro. Bei den Vorwürfen geht es um Zahlungen, die geleistet wurden, während Spinelli Entscheidungen anstrebte, die seine Geschäftsinteressen betrafen.

In einem Telefongespräch am 3. Mai 2020 beklagte Spinelli, dass der Mangel an verfügbaren Hafenflächen seinen Logistikbetrieb einschränke. Toti erwiderte, der Hafen wachse, und sagte, sie sollten sich vor den Wahlen treffen. Dem Bericht zufolge überwies Spinelli Toti am 25. Mai 15.000 Euro.

Beide Männer sollen darauf bestanden haben, dass die Zuwendungen formell angegeben werden. Im September wies Toti einen Mitarbeiter an, Spinellis Büro die nötigen Angaben für eine Spende auf dem üblichen Weg zu übermitteln. Spinelli spendete dem Bericht zufolge Anfang Dezember später 40.000 Euro an das Komitee Giovanni Toti-Liguria, nachdem die Verlängerung einer Konzession für Rinfuse erörtert worden war. Die Guardia di Finanza zufolge hatte Toti wiederholt um diesen Betrag gebeten.

Spinelli sagte einem Manager eines Investmentfonds, sein Sohn sei gegen Spenden an politische Parteien, er selbst fühle sich jedoch verpflichtet, die lokale Politik zu unterstützen. Der Manager warnte ihn, politische Zuwendungen könnten zu Reputationsproblemen führen. Dem Bericht zufolge dokumentierten die Ermittler trotz dieser Bedenken anhaltende finanzielle Unterstützung für Toti.

In einem weiteren Austausch fragte Toti Spinelli, wann er dessen neu erworbene Yacht besuchen könne, und sagte, er habe ihn wie um diese Zeit üblich „ein paar Dinge“ zu fragen. Toti besuchte das Boot am 8. September 2022; dem Bericht zufolge überwies Spinelli an diesem Tag weitere 15.000 Euro. Darin wird auch Spinellis Beschwerde erwähnt, Wahlkampfwerbung auf Genueser Bussen sei zu diesem Zeitpunkt unerschwinglich.

Der Bericht schildert außerdem, wie Spinelli Paolo Signorini, dem damaligen Präsidenten der Hafenbehörde, Gastfreundschaft gewährte, darunter an 22 Wochenenden in Monaco. In einem separaten Gespräch über Ausrüstung, die einen Teil des Hafens belegte, soll Spinelli Signorini gesagt haben, dass er mit 83 Jahren nicht erwarte, Konsequenzen tragen zu müssen. Die Guardia di Finanza merkte dem Bericht zufolge an, dass Signorini nicht widersprochen habe.

Quellen: Corriere della Sera.