Der Zeitplan für die französische Präsidentschaftswahl 2027 steht erneut auf dem Prüfstand. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Stichwahl weiterhin für den 2. Mai angesetzt bleiben kann, also für den Tag nach den traditionellen Gewerkschaftsdemonstrationen am 1. Mai. Nach den Unruhen im Umfeld einer Mobilisierung am 17. Oktober hat die Kontroverse eine deutlichere politische Dimension angenommen.

Die Regierung gab den Zeitplan im Juli bekannt und setzte den ersten Wahlgang für den 18. April und die Stichwahl für den 2. Mai an. Bruno Retailleau, Vorsitzender der Republikaner (LR), widersprach damals und sagte, die Termine kämen der Linken zugute.

Am 28. Oktober warnte Retailleau auf CNews und Europe 1, am Vorabend der Stichwahl könne es zu Gewaltausbrüchen kommen. Er stellte infrage, ob die Wähler nach einer Nacht der Unruhen ruhig zu den Urnen gehen könnten, und bezeichnete den 2. Mai als einen Termin, der wahrscheinlich Chaos mit sich bringen werde.

Die Debatte dreht sich nun darum, ob der Zeitplan geändert werden kann. Der verfassungsrechtliche Spielraum für Änderungen am Wahlkalender ist sehr begrenzt.

Quellen: Le Monde.