Am Montag, dem 2. November, traten die Mütter von Brahim Chabane, Réda Khaldi und Nassim Loubani am elften Verhandlungstag im Prozess um die Tötung der drei Männer vor dem Schwurgericht des Départements Bouches-du-Rhône auf. Ihre Söhne, alle in ihren Zwanzigern, wurden in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2020 getötet und ihre Leichen nahe Marseille verbrannt.
Unter Tränen sprachen die Frauen, während im Gerichtssaal Fotos ihrer Söhne und von Khaldis Grab gezeigt wurden. Auf ihre Aussagen folgten die Schilderungen von zwei der fünf Angeklagten zu den Ereignissen, wobei sie Fragen aufgriffen, die im bisherigen Prozessverlauf ungeklärt geblieben waren.
Zakaria Bensaci, der sich zuvor im Prozess kaum geäußert hatte, entschuldigte sich bei den Müttern dafür, bei der Tötung ihrer Söhne anwesend gewesen zu sein. Er sagte außerdem, alle drei Opfer seien zur gleichen Zeit gestorben. Nach einer Unterbrechung schilderte er ausführlich die Nacht der Tötungen und verwies auf die mutmaßlich zentralen Rollen von Amine Oualane und Karim Harrat.
Die Verhandlung war wiederholt unterbrochen worden, bevor die Mütter schließlich zur Aussage aufgerufen wurden. Der Verteidiger Pierre-Olivier Sur forderte das Gericht auf, die Angeklagten zu Wort kommen zu lassen, und setzte sich später für eine weitere Befragung von zwei Angeklagten ein.
Mit der Aufnahme von Gesprächen aus dem verschlüsselten Nachrichtendienst Sky ECC nahm das Verfahren ebenfalls eine neue Wendung. Laut der Zusammenfassung des Falls könnten die Nachrichten den Vorwurf stützen, Harrat habe als Auftraggeber der Tötungen gehandelt.
Quellen: Le Monde.