Ein Gericht in Oslo hat beschlossen, die Untersuchungshaft von Marius Borg Høiby nicht zu verlängern, wie übereinstimmende Berichte norwegischer Medien melden. Der 29-Jährige, der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, verbüßt seine Haft zuletzt zu Hause mit einer elektronischen Fußfessel auf dem Anwesen Skaugum, wo seine Mutter und sein Stiefvater, König Haakon VIII., leben.
Der norwegische Rundfunk NRK berichtete, dass die Staatsanwaltschaft sofort Berufung gegen die Entscheidung eingelegt und beantragt habe, der Berufung aufschiebende Wirkung zu verleihen. Daher war zunächst unklar, wann oder ob Høiby tatsächlich aus der Untersuchungshaft entlassen würde.
Høiby befindet sich seit Februar in Haft; zuvor war seine Untersuchungshaft jeweils um vier Wochen verlängert worden. Im Juni wurde er nach einem Prozess, der 40 Anklagepunkte umfasste, zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die schwerwiegendsten Vorwürfe betrafen nach norwegischem Recht vier Fälle von Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, vier Frauen missbraucht und gefilmt zu haben, während sie schliefen. Von zwei dieser Vorwürfe wurde er freigesprochen; die Taten bestritt er.
Høiby plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen, und ein Berufungsverfahren könnte im kommenden Jahr beginnen. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass von ihm eine Rückfallgefahr ausgehe und er deshalb in Untersuchungshaft bleiben sollte.
Quellen: Der Spiegel.