Italien verzeichnete 2023 laut den Zahlen, die in einem am 13. Mai veröffentlichten Kommentar angeführt werden, 379.000 Geburten gegenüber 661.000 Todesfällen. Der Beitrag beschreibt einen seit Langem anhaltenden demografischen Rückgang und argumentiert, dass viele Menschen, die Kinder möchten, diesen Wunsch aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Einschränkungen, von denen insbesondere Frauen betroffen sind, nicht verwirklichen können.
Der Kommentar verweist auf eine Umfrage, der zufolge sich acht von zehn Menschen in Italien Kinder wünschen, sowie auf einen Bericht von Save the Children aus dem Jahr 2024, in dem Mütter als „Equilibristinnen“ beschrieben werden, die versuchen, Familienleben und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Geburtenrate in Italien wird mit 1,2 Kindern pro Frau angegeben; das Durchschnittsalter bei der Mutterschaft beträgt 31,6 Jahre, verglichen mit einem europäischen Durchschnitt von 29,7 Jahren. Dem Text zufolge wird es 2050 auf drei ältere Menschen eine junge Person geben.
Der Beitrag vergleicht Italiens Unterstützung für Familien mit Maßnahmen in anderen europäischen Ländern. Frankreich, dessen Geburtenrate bei 1,8 liegt, biete Steuervergünstigungen, Kinderbetreuung, Ganztagsunterricht und Teilzeitarbeit für beide Elternteile. Der Kommentar verweist außerdem auf bezahlten Urlaub und Kinderbetreuungsangebote in Deutschland, längere und übertragbare Elternzeit in Finnland sowie unterschiedliche Regelungen zur Elternzeit in Spanien, Portugal, Norwegen, Schweden und Polen.
Zu den in Italien genannten Maßnahmen gehören fünf Monate verpflichtender Mutterschaftsurlaub bei 80 % des Gehalts und zehn Tage voll bezahlter Urlaub für Väter. Der Haushalt 2024 ermöglicht zudem berechtigten Beschäftigten, in den ersten zwölf Lebensjahren eines Kindes zwei zusätzliche Monate Elternzeit mit 80 % des Gehalts zu nehmen. Dem Artikel zufolge soll der Satz für den zweiten Monat ab 2025 auf 60 % sinken. Zu den weiteren Unterstützungsleistungen zählen ein einkommensabhängiges allgemeines Kindergeld, eine Beitragsbefreiung für erwerbstätige Mütter mit mehr als drei Kindern und ein Bonus für Kinderkrippen.
Der Artikel argumentiert, dass diese Maßnahmen begrenzt und schwer zu beantragen sind, und weist darauf hin, dass Kinderbetreuungsplätze 28 % der Kinder im Alter von null bis drei Jahren abdecken. Die öffentlichen Ausgaben für Familien belaufen sich demnach in Italien auf 1,4 % des BIP, gegenüber einem EU-Durchschnitt von 1,9 %, 2,2 % in Frankreich und 2,9 % in Finnland. Der Autor argumentiert, dass Familienpolitik beide Elternteile als Betreuungspersonen unterstützen sollte, statt die Last hauptsächlich den Frauen aufzubürden.
Der Kommentar stellt die Ausgaben für Familien auch den Militärausgaben gegenüber. Er beziffert die weltweiten Militärausgaben 2023 auf 2,443 Billionen US-Dollar und erklärt, dass Italiens geplante Militärausgaben für 2024 bei 28 Milliarden Euro liegen, darunter etwa 10 Milliarden Euro für neue Waffen. Abschließend heißt es, dass die Bewältigung des demografischen Rückgangs größere Investitionen in Betreuung erfordert, darunter in Schulen, Krankenhäuser und Familien – zusätzlich zu etwaigen Verteidigungsausgaben.
Quellen: Corriere della Sera.