Libyens Dar al-IFTA hat eine Fatwa gegen den Kauf, Verkauf oder das Tragen von Kleidung mit dem Nike-Logo erlassen. Zur Begründung erklärte die Institution, die Marke sei nach der griechischen Siegesgöttin benannt und ihr Swoosh sei von deren Flügeln inspiriert. Das Zurschaustellen des Logos fördere Symbole, die mit Polytheismus in Verbindung gebracht würden, erklärte die Institution. Die Entscheidung wurde von Großmufti Sadiq al-Gharyani gebilligt.

Das religiöse Komitee warf Nike außerdem vor, Israel zu unterstützen, und rief zum Boykott von Unternehmen auf, die es als Unterstützer des Landes betrachtet. Es verwies auf eine am 5. November 2023 veröffentlichte Erklärung des Rats für Forschung und Scharia-Studien des Dar al-Ifta, in der Muslime angesichts des Kriegs in Gaza zum Boykott westlicher Unternehmen aufgefordert wurden. Die BBC erklärte, sie habe Nike um eine Stellungnahme gebeten.

Die Fatwa verkündet kein staatliches Verbot von Nike-Produkten und sieht keine Strafen für Menschen vor, die diese weiterhin kaufen oder tragen. Das Dar al-Ifta ist eine einflussreiche religiöse Institution mit Sitz in Tripolis; seine Entscheidungen sind jedoch nicht zwangsläufig staatliche Anordnungen oder rechtlich durchsetzbar. Libyen bleibt politisch gespalten, mit rivalisierenden Behörden und Institutionen im Osten und Westen des Landes.

Im vergangenen Jahr erließ die Institution eine ähnliche Entscheidung gegen Schmuck und Uhren mit dem Logo von Van Cleef & Arpels. Sie argumentierte, das vierblättrige Kleeblatt-Design stehe mit christlichen Überzeugungen und dem Streben nach Glück in Verbindung. Die Reaktionen in den sozialen Medien auf die Nike-Entscheidung fielen gemischt aus: Einige begrüßten sie, andere stellten ihre Bedeutung infrage.

Nike hat in Libyen kein offizielles Geschäft, doch Händler vor Ort verkaufen Produkte mit dem Nike-Logo. Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass auf den lokalen Märkten gefälschte Produkte beliebter Sportbekleidungsmarken verkauft werden.

Quellen: BBC News World.