Ein Gericht erster Instanz in Casablanca hat den marokkanischen Karikaturisten und Graffiti-Künstler Yasser Mounbir am Freitag, dem 30. Oktober, zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Dirham (3.633 €) verurteilt. Der 22-Jährige wurde wegen „Beleidigung der Person des Königs“ und „Beleidigung öffentlicher Amtsträger“ schuldig gesprochen.
Die Marokkanische Menschenrechtsvereinigung bezeichnete das Urteil als unverhältnismäßig. Mounbirs Anwalt Farouk Mehdaoui sagte gegenüber Le Monde, dass er Berufung gegen das Urteil einlegen wolle.
Der Fall betrifft Karikaturen von König Mohammed VI., die Mounbir auf seinem Instagram-Konto veröffentlichte. Auf den Zeichnungen wurde der Monarch verkleidet, in Frauenkleidung oder als Tier dargestellt. Die Staatsanwaltschaft stützte die Anklage auf Artikel 179 des marokkanischen Strafgesetzbuchs, der Strafen für Verleumdung, Beleidigung oder Schmähung des Königs vorsieht.
Die Polizei bestellte Mounbir am 15. Juni vor, am selben Tag, an dem er inhaftiert wurde. Er verbrachte 140 Tage in Untersuchungshaft im Gefängnis Oukacha in Casablanca, wo Besuche auf seine Familie und seinen Rechtsbeistand beschränkt sind. Nach Angaben seines Anwalts befindet sich der Künstler in einem besorgniserregenden psychischen Zustand.
Quellen: Le Monde International.