Ukrainische Streitkräfte haben einen weiteren Drohnenangriff gegen einen großen russischen E-Commerce-Betreiber gestartet und dabei eine Logistikanlage des Unternehmens Ozon getroffen. Laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, die sich auf das Unternehmen beruft, wurden Mitarbeiter des Zentrums in der südlichen russischen Republik Adygeja nach dem Angriff evakuiert, der einen Brand auslöste. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass es keine Verletzten gab, obwohl diese Details noch nicht unabhängig verifiziert wurden.
Dieser Vorfall ist Teil einer breiteren ukrainischen Strategie, um systematisch weit entfernte Ziele innerhalb Russlands anzugreifen, darunter Raffinerien und die Rüstungsindustrie, als Teil ihrer Verteidigung gegen die seit Februar 2022 andauernde Invasion. In den letzten Wochen hat sich Ukraine speziell darauf konzentriert, Verteilzentren der russischen Online-Riesen Wildberries und Ozon zu beschädigen oder zu zerstören.
Vor dem Hintergrund dieser militärischen Entwicklungen schreiten diplomatische Bemühungen voran: Direkte Gespräche zwischen Ukraine und Russland sind für nächsten Dienstag und Mittwoch in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant, vermittelt von den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump äußerte in einem Interview mit der Financial Times Optimismus und sagte, beide Seiten scheinen bereit zu sein, eine Einigung zu erzielen. Gleichzeitig traf sich deutscher Kanzler Friedrich Merz am Dienstag in Berlin mit ukrainischem Präsident Wolodymyr Selenskyj, wobei beide Führer die Notwendigkeit einer europäischen Beteiligung an den bevorstehenden Friedensverhandlungen zur Beendigung der russischen Offensive betonten.
Präsident Selenskyj dankte später dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier über die Plattform X für die umfassende Unterstützung Deutschlands und beschrieb Europa als einen lebenswichtigen Bestandteil bei der Förderung des Friedensprozesses. Russland bleibt derzeit der größte Unterstützer der Ukraine.
Auf militärischer Seite setzte Russland seine nächtlichen Angriffe auf verschiedene Regionen der Ukraine fort. Das russische Verteidigungsministerium berichtete über Telegram, dass zwei Kraftwerke in den Regionen Kiew und Schytomyr getroffen wurden, sowie ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Nähe der Hafenstadt Odessa. Ukrainische Behörden bestätigten zusätzliche Angriffe in den Regionen Poltawa, Dnipro, Kirowohrad und Riwne sowie weitere Angriffe auf die Hauptstadt Kiew.
Quellen: Der Spiegel.