Der brasilianische Abgeordnete André Janones sagte, dass er durchschnittlich 11 Stunden und zwei Minuten pro Tag am Handy verbringt. Die Zahl nannte er in einem Interview mit der Fernsehsendung Fantástico. Auf die Frage, ob er ohne das Gerät zurechtkäme, wenn es versteckt würde, antwortete er: „Nein, das kann ich nicht.“

Fantástico begleitete Janones in den Tagen nach dem Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva bei der Präsidentschaftswahl. Janones hatte mit seiner digitalen Mobilisierung von Lula-Anhängern über den Kanal „Exército do Lula“ Aufmerksamkeit erregt, den er in einer Messaging-App eingerichtet hatte.

Während des Wahlkampfs sagte Janones, dass er manchmal 2.000 Kilometer pro Woche mit dem Auto zurücklegte, um nicht fliegen zu müssen und den Internetzugang zu verlieren. Er verwaltete den Kanal von seinem Handy aus und veröffentlichte Videos, in denen er die Teilnehmenden aufforderte, Wahlkampfinhalte weiterzuverbreiten. In den drei Wochen vor der Stichwahl versammelten sich auf dem Kanal mehr als 10 Millionen Menschen.

Janones reiste auch nach dem Wahlkampf weiter und gab Interviews. Zwei Tage nach der Wahl traf Fantástico ihn in einem Hotel in São Paulo. Er sagte, er habe nur eineinhalb Stunden geschlafen, nachdem er die Auszählung der Stimmen verfolgt hatte. Außerdem sprach er mit internationalen Medien wie Le Monde und The Guardian. Während eines Interviews wurde ihm unwohl. Sein Arzt sagte, die Ursache seien Medikamente gegen Halsschmerzen gewesen, und etwa eine Stunde später wurde das Gespräch fortgesetzt.

Nach der Wahl stellte Janones laut Fantástico die Veröffentlichung der „Missionen“ des Kanals ein. Später versuchte er, sich in Rio de Janeiro ein paar Tage freizunehmen, sagte aber, die Reise sei seine erste Gelegenheit gewesen, sich seit August auszuruhen. Der Bericht zeigte, dass er auch in der Auszeit sein Handy in der Hand hielt.

Quellen: G1.