In der zentralen Region Portugals, speziell innerhalb des Kreises Viseu, zeigen zwei unterschiedliche Orte die historische Entwicklung der öffentlichen Wasserinfrastruktur: Gumiei in der Pfarrei Ribafeita und Orgens. Diese Standorte veranschaulichen einen Wandel von traditionellen Treffpunkten für die Gemeinschaft zu modernisierten Systemen, die durch öffentliche Gesundheitsbedenken vorangetrieben wurden.

Gumiei ist geprägt von einem kleinen Bach, der von Norden nach Süden zum Fluss Troço fließt, der schließlich in den Vouga mündet. Im Dorfzentrum, am Largo da Fonte, tritt dieses Wasser durch zwei "chafurdo" oder Tauchbrunnen zutage. Der älteste dieser Brunnen, aus Mauerwerk errichtet, trägt eine Inschrift mit dem Datum 1601, was seinen Ursprung in die Zeit der Philippinischen Dynastie datiert und das portugiesische Wappen zeigt. Ein zweiter Tauchbrunnen wurde 1895 auf demselben Platz eingeweiht. Diese Konstruktionen waren so konzipiert, dass Frauen Tongefäße füllen konnten, indem sie diese in einen kleinen Beckenbereich tauchten, der durch den Wasserfluss gebildet wurde. Die Ergänzung von 1895 umfasste eine Tränke für Tiere, was die landwirtschaftliche Natur der Region widerspiegelt.

Ein dritter Brunnen wurde 1931 in Gumiei eingeführt und markierte einen bedeutenden Bruch mit früheren Designs. Diese Konstruktion verfügte über einen Wasserhahn statt eines offenen Beckens, eine Änderung, die durch Hygienebedenken vorangetrieben wurde. Im Gegensatz zum stehenden Wasser der Tauchbrunnen, das Gesundheitsrisiken barg, lieferte der Hahn fließendes Wasser. Trotz dieser Modernisierung blieb die Praxis, dass Frauen Gefäße zu öffentlichen Quellen trugen, üblich, da eine häusliche Wasserversorgung noch nicht weit verbreitet war.

In der Pfarrei Orgens führten ähnliche Probleme im Bereich der Sanitärversorgung zu einer umfassenderen Transformation. Traditionelle Tauchbrunnen wurden mit gastrointestinalen Erkrankungen wie Typhus und Cholera in Verbindung gebracht. Folglich wurden ab 1930 neue Brunnen in der gesamten Pfarrei errichtet, darunter die Fonte do Costa, die Fonte de São Martinho und die Fonte do Leão, die einen Auslauf in Form eines Löwenkopfes aufweist. Diese Strukturen repräsentierten die ästhetischen und funktionalen Modelle, die während der Ära des Estado Novo gefördert wurden.

In den 1960er Jahren wurde die kommunale Politik erweitert, um Brunnen in fast jedem Dorf zu installieren, wobei eine praktischere und reduzierte Ästhetik gewählt wurde. Obwohl die häusliche Wasserversorgung weiterhin auf eine Minderheit beschränkt blieb, dienten diese öffentlichen Quellen als wesentliche Gemeinschaftszentren. Heute weisen viele dieser historischen Brunnen Schilder mit der Aufschrift "água não controlada" (nicht kontrolliertes Wasser) auf. Diese Bezeichnung warnt davor, dass das Wasser, das aus natürlichen Quellen in bergigen Gebieten und nicht aus kommunalen Dienstleistungen stammt, keine offizielle Gesundheitsüberwachung durch Gremien wie das Ricardo Jorge-Institut unterliegt.

Quellen: Observador.