US-Präsident Donald Trump ist mit einem ungewöhnlichen Versuch gescheitert, das Ergebnis der Senatswahl in Alaska für den Fall zu blockieren, dass die Republikaner verlieren. Bundesrichterin Sharon Gleason wies am Sonntag eine Klage ab, mit der das Justizministerium die Zertifizierung des Ergebnisses verhindern wollte, falls die demokratische Kandidatin Mary Peltola gewinnen sollte.

Der Fall drehte sich um die Präsenz zweier Kandidaten namens Sullivan auf dem Stimmzettel Alaskas für die Kongresswahlen am Dienstag: den amtierenden republikanischen Senator Dan Sullivan und einen zuvor kaum bekannten Namensvetter, Dan J. Sullivan. Trump und seine Regierung argumentierten, der gemeinsame Name könne Wähler verwirren, die versehentlich ihre Stimme für den anderen Sullivan statt für den amtierenden Senator abgeben könnten, was möglicherweise Peltola zugutekäme.

Zehn Tage zuvor hatte das Justizministerium einen vorbeugenden Antrag eingereicht, mit dem gefordert wurde, das Ergebnis nicht zu zertifizieren, falls die Demokratin gewinne, und stattdessen zu untersuchen, wie viele Wähler ihre Stimme irrtümlich dem falschen Sullivan gegeben hätten. Gleason erklärte am Sonntag, die Forderung könne nicht umgesetzt werden, und fügte hinzu, sie würde selbst Wähler verwirren und könnte dazu führen, dass Wahlberechtigte den Wahllokalen fernbleiben.

Die New York Times berichtete kurz vor der Entscheidung, die Demokraten hätten den zweiten Sullivan gezielt rekrutiert, um dem amtierenden Senator zu schaden. Trump bezeichnete die Situation anschließend als „Wahlbetrug“ und forderte, Peltola und den zweiten Sullivan auszuschließen. Peltola weist die Vorwürfe zurück.

Bei den Kongresswahlen am Dienstag hoffen die Demokraten, die Mehrheit sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus von Trumps Republikanern zu übernehmen. Das Rennen um die Senatsmehrheit dürfte besonders knapp werden, was der Abstimmung in Alaska erhebliches Gewicht verleiht. In dem riesigen Bundesstaat im Nordwesten des Landes leben nur etwa 740.000 Menschen.

Quellen: Der Spiegel.