Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente hat angekündigt, nach zwei tödlichen Zugunglücken im Land in diesem Jahr zurückzutreten. Reuters und spanische Medien berichteten über seine Entscheidung. Puente nannte kein Datum für seinen Rücktritt.

Nach einer vierstündigen parlamentarischen Anhörung zum jüngsten Unglück sagte Puente, ein Verkehrsminister könne nach zwei Unfällen dieser Schwere innerhalb von weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben. Er sagte, er sei vorerst in seiner Funktion geblieben, um die Folgen zu bewältigen und Maßnahmen zu ergreifen. Oppositionsparteien hatten zuvor seinen Rücktritt gefordert, den er zunächst abgelehnt hatte.

Während der Anhörung verwies Puente laut El País auf staatliche Investitionen in die Modernisierung des Schienennetzes in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Der Vorsitzende der konservativen Volkspartei sagte, seine Verantwortung bestehe darin, tödliche Unfälle zu verhindern, statt sie im Nachhinein zu erklären. Ein Parteikollege bezeichnete den Rücktritt als „Akt der Würde“. Die linke Partei Movimiento Sumar sagte, sie mache Puente trotz der Rücktrittsforderungen nicht für das Unglück verantwortlich.

Am vergangenen Mittwoch kamen 69 Menschen ums Leben, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha zusammenstießen. Im Januar starben 46 Menschen, als ein Hochgeschwindigkeitszug nahe Adamuz in Andalusien entgleiste und mit einem entgegenkommenden Zug kollidierte.

Quellen: Der Spiegel.