Der SPIEGEL-TV-Podcast „Im Verhör“ hat die zweite Folge seiner Reihe „Corrupt Justice“ veröffentlicht. Darin geht es um den Fall von Aleksander Kolundzic, einem Polizeiinformanten, der im spanischen Marbella gefoltert und getötet wurde. Die Folge konzentriert sich auf seine Geschäfte mit dem Frankfurter Anwalt Benjamin D., der in dem Bericht als Drogenboss beschrieben wird, der in kriminelle Geschäfte verwickelt war.

Dem Bericht zufolge hatte Benjamin D. Kolundzic für ein großes Geschäft Geld geliehen, das jedoch nicht zurückgezahlt wurde. Der Anwalt wusste angeblich nicht, dass sein Geschäftspartner ein bei der Frankfurter Polizeieinheit K30 registrierter Informant war. Benjamin D. habe davon gesprochen, Kolundzic zu töten, heißt es in dem Bericht. Dieser starb später unter den dort als mysteriös bezeichneten Umständen in Spanien.

Aufnahmen, die von einem verschlüsselten Telefon wiederhergestellt wurden, sollen Kolundzic gefesselt auf einem Stuhl zeigen. Sein Oberkörper und seine Arme waren mit Frischhaltefolie umwickelt. Er wurde dem Bericht zufolge etwa 20 Stunden lang gefoltert. Nach seinem Tod löschte der Beamte, der ihn als Informanten betreut hatte, das Telefon, über das er mit ihm kommuniziert hatte.

Reporter Claas Meyer-Heuer und Podcast-Moderatorin Christina Pohl besprechen den Fall anhand von Nachrichten von verschlüsselten Telefonen. Die Reihe stützt sich auf Meyer-Heuers Buch „Protokolle der Unterwelt“ und untersucht kriminelle Netzwerke sowie mutmaßliche Korruption in Deutschland. „Im Verhör“ ist laut SPIEGEL TV kostenlos über Podcast-Apps verfügbar.

Quellen: Der Spiegel.