US-Präsident Donald Trump bestätigte am Dienstag, dem 3. November, dass amerikanische Streitkräfte in der vorangegangenen Nacht eine Luftabwehranlage im Iran angegriffen hatten. In einem Interview mit Fox News sagte er, der Bau des Ziels habe etwa zwei Monate gedauert und die USA hätten dessen Errichtung überwacht. Frühere Berichte des Wall Street Journal und anderer Medien besagten, die Angriffe hätten die Insel Qeschm getroffen, die in der Straße von Hormus liegt; Trump nannte in seinen in dem Bericht zitierten Äußerungen keinen Ort.
Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi sagte, Teheran behalte sich das Recht auf Selbstverteidigung vor. Irans Präsident Masoud Pezeshkian warnte, erneute Feindseligkeiten würden niemandem nützen, und sagte, seine Regierung strebe eine Lösung durch Dialog an. Außerdem sagte er, der Oberste Führer Mojtaba Khamenei habe ihm die Befugnis erteilt, Themen zu erörtern, die zuvor als tabu galten, ohne diese näher zu benennen.
Nicht namentlich genannte US-Vertreter, auf die sich das Wall Street Journal und andere Medien beriefen, bezeichneten die Angriffe als Teil einer Reihe begrenzter defensiver Operationen, die in den vergangenen Wochen ohne öffentliche Ankündigung durchgeführt worden seien. Das israelische Militär teilte der Agence France-Presse mit, es sei nicht beteiligt gewesen.
Katar, das in dem Konflikt vermittelt, erklärte, beide Seiten nähmen weiterhin an Verhandlungen teil. Der Sprecher des Außenministeriums, Majed Al-Ansari, sagte, Doha hoffe, dass noch eine Einigung erzielt werden könne, und arbeite auf ein Übergangsabkommen hin. Zugleich warnte er, eine Eskalation könne die Gespräche erschweren. Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sagte, die Vereinigten Staaten trügen nun die Verantwortung dafür, einen Krieg zu verhindern.
Der jüngste Angriff erfolgt inmitten von Bemühungen, eine Einigung über die Straße von Hormus auszuhandeln. Iran schlug am Montag vor, die strategisch wichtige Wasserstraße innerhalb von zwei Tagen wieder zu öffnen, und verkürzte damit den Sieben-Tage-Zeitrahmen eines Plans, den das Land im September vorgelegt hatte. Teheran hat die Öffnung der Meerenge an einen Waffenstillstand in der gesamten Region, die Freigabe iranischer Vermögenswerte im Ausland, die Aufhebung der Sanktionen gegen seinen Ölsektor und ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen geknüpft.
Quellen: Le Monde International.