Donald Trump versprach, dass seine Regierung ihre Zusagen einlösen würde. Doch während die Amerikaner auf die Zwischenwahlen zugehen, ist die im ursprünglichen Bericht beschriebene Bilanz seiner zweiten Amtszeit von unerfüllten Versprechen und weitverbreiteter Sorge über die Lebenshaltungskosten geprägt.

Trump versprach ein „goldenes Zeitalter“ für die Vereinigten Staaten und sagte, das Land werde in beispiellosem Tempo wachsen. Stattdessen, so der Bericht, wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2025 um 2,1 % – das schwächste Ergebnis seit fünf Jahren. Außerdem seien die Dieselpreise innerhalb eines Jahres um 40 % gestiegen, während viele Amerikaner angäben, dass Grundnahrungsmittel, Kraftstoff und Düngemittel teurer geworden seien.

Wirtschaftliche Sorgen sind zu einem zentralen Thema im Wahlkampf geworden. Laut den im Bericht angeführten Zahlen befürworten nur 25 % der Amerikaner Trumps Umgang mit der Wirtschaft; seine allgemeine Zustimmung liegt bei 32 %. Fast sieben von zehn Befragten glauben, dass sich das Land in die falsche Richtung bewegt, und die meisten führen die sinkende Kaufkraft auf steigende Preise zurück.

Trump hat im Wahlkampf Investitionen in Fabriken und Energieprojekte angepriesen und sie als Beleg dafür dargestellt, dass seine Politik funktioniert. Dazu zählen eine Pipeline für Flüssigerdgas in Alaska, ein Stahlwerk in Iowa, ein Kraftwerk in Texas, ein Pharma-Projekt in Kentucky und eine Quarzmine in North Carolina. Eine im Bericht erwähnte Untersuchung von Reuters ergab, dass viele dieser Projekte weiterhin unsicher sind oder erst in einigen Jahren Vorteile bringen könnten.

Der Bericht führt außerdem weitere Versprechen und politische Entscheidungen auf, die Trumps erste 21 Monate nach seiner Rückkehr ins Amt geprägt haben. Er habe die Lebenshaltungskosten nicht gesenkt, sowohl undokumentierte als auch dokumentierte Einwanderer abgeschoben und die kostenlose Krankenversicherung gekürzt, heißt es darin. Zudem habe er versprochen, die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen innerhalb von 24 Stunden zu beenden, dies jedoch nicht getan. Der Bericht bezeichnet den am 28. Februar begonnenen Krieg im Iran als wichtigen Wendepunkt, der andere Ereignisse überschattet habe, darunter die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar.

Zu Trumps Präsidentschaft gehörte auch eine Reihe von Exekutivmaßnahmen. Der Bericht nennt den Einsatz von Truppen im Juli als Reaktion auf Proteste gegen die Einwanderungs- und Zollbehörde Immigration and Customs Enforcement, eine im Januar erlassene Anordnung zur Abschaffung des Geburtsortsprinzips bei der Staatsbürgerschaft sowie im April gegen fast alle Handelspartner verhängte Zölle.

Um sich bei den Wahlen die Unterstützung der Republikaner zu sichern, hat Trump außerdem jedem Bürger 5.000 Dollar versprochen, falls seine Partei die Kontrolle über den Kongress behält. Die Demokraten haben den Vorschlag als politisches Bestechungsgeschenk zurückgewiesen. Das Angebot ergänzt einen Wahlkampf, in dem die Wohlstandsversprechen des Präsidenten an den Sorgen der Wähler um die Bezahlbarkeit gemessen werden.

Quellen: La Vanguardia.