In der Nacht vom 3. auf den 4. November 1966 ließ außergewöhnlich starker Regen den Arno über die Ufer treten und Florenz überfluten. Die Katastrophe forderte in der Toskana 35 Menschenleben und begrub die Regionalhauptstadt unter Schlamm; die Flut soll rund 600.000 Tonnen davon in die Stadt gespült haben.
Die Überschwemmungen begannen im Casentino-Tal, bevor das Wasser durch das Valdarno strömte. Als der Fluss auf die Sieve traf, schwoll er weiter an und erreichte Florenz, während viele Einwohner vor dem Feiertag am 4. November schliefen. In den frühen Morgenstunden trat der Mugnone über die Ufer, und der Arno brach an mehreren Stellen durch seine Dämme. Der Strom fiel aus, wodurch Telefon-, Wasser- und Gasversorgung unterbrochen wurden; Straßen, Bahnstrecken und Brücken waren unpassierbar.
Wasser und Schlamm vermischten sich mit Heizöl und Trümmern und überfluteten Häuser und Straßen. Bis 10 Uhr war das Wasser bis zu den ersten Stockwerken der Gebäude gestiegen. Die Flut strömte über die Piazza del Duomo und beschädigte die Paradiespforte des Baptisteriums. Auch die Nationale Zentralbibliothek und die Kirche Santa Croce wurden überschwemmt.
Die Flut verursachte umfangreiche Schäden am kulturellen Erbe von Florenz. In der Nationalen Zentralbibliothek standen 1,3 Millionen Bücher unter Wasser; das Gabinetto Vieusseux verlor 250.000 Bände, während in der Georgofili-Akademie beziehungsweise der Großen Synagoge 35.000 beziehungsweise 14.000 Bücher betroffen waren. Cimabues Kruzifix in Santa Croce wurde schwer beschädigt, ebenso Fresken und Kunstwerke in mehreren anderen Kirchen.
Als das Wasser am Abend des 4. November zurückzugehen begann, hinterließ es von Trümmern blockierte Straßen und Gebäude, an denen eine dunkle Linie die erreichte Fluthöhe markierte. Der Bericht verweist außerdem auf spätere Überschwemmungen in der gesamten Toskana und argumentiert, dass dauerhafter Schutz strukturelle Maßnahmen und die Einhaltung von Vorschriften erfordert, statt sich immer wieder auf Freiwillige zu verlassen.
Quellen: La Repubblica.