Fünf Menschen, darunter zwei Jungen, sind nahe der Fanninginsel in Kiribati gerettet worden, nachdem sie in einem sechs Meter langen Boot etwa 5.400 Kilometer über den Pazifik getrieben waren. Sie wurden am 1. November gefunden, drei Monate nachdem sie von Mikronesien zu einer voraussichtlich einstündigen Überfahrt zwischen den Inseln Murilo und Ruo aufgebrochen waren. Vier weitere Passagiere gelten als tot.

Dem Bericht zufolge geriet das Boot in einen Sturm und wurde nach Osten getrieben. Der australische Sender ABC identifizierte die Überlebenden als die drei Männer Wanis Weita, Wboy Weita und Akinis David sowie die beiden Jungen Paul Paul und Tedwin Paul. Einheimische Dorfbewohner fanden sie und sorgten dafür, dass sie versorgt wurden.

Eine Krankenschwester sagte, die fünf seien schwer dehydriert und unterernährt gewesen. Sie erhielten intravenös Flüssigkeit und zeigten Anzeichen der Erholung, darunter den Wunsch nach Essen. Die Überlebenden haben sich nicht öffentlich zu ihrem Schicksal geäußert und Berichten zufolge um Privatsphäre gebeten. Wie sie auf See überlebten, ist weiterhin unklar.

Die US-Küstenwache erklärte, es sei „unglaublich und wunderbar“, dass die fünf gefunden worden seien und versorgt würden, und sprach zugleich den Familien derjenigen, die es nicht geschafft hatten, ihr Beileid aus. Die Behörde hatte ihre Suche am 9. August nach zehn Tagen eingestellt; dabei hatte sie ein Gebiet von mehr als 85.000 Quadratmeilen abgesucht. Auch Flugzeuge der US-Marine und der US-Luftwaffe waren an der Operation beteiligt.

Der Gouverneur des Bundesstaates Chuuk, Alexander Narruhn, sagte, er habe Gespräche mit der Regierung Kiribatis aufgenommen, um die Rückkehr der Überlebenden zu organisieren. Ein Abgeordneter Kiribatis empfahl, sie zur weiteren medizinischen Versorgung nach Kiritimati zu bringen.

Die Rettung folgt auf weitere Vorfälle in den Gewässern Kiribatis in jüngster Zeit. In der vergangenen Woche wurde ein 18-Jähriger aus Bougainville in Papua-Neuguinea gerettet, nachdem er 41 Tage lang mehr als 2.000 Kilometer getrieben war; sein Cousin überlebte nicht. Im Monat davor überlebten drei weitere Menschen aus Bougainville etwa 70 Tage auf See und ernährten sich Berichten zufolge von getrockneten Kokosnüssen, Kakao, Fisch und Schildkröten.

Quellen: Le Figaro.