Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will sogenannte „Handy-Blitzer“ landesweit verfügbar machen. Die als Monocams bekannten Systeme können erkennen, wenn Autofahrer während der Fahrt ein Mobiltelefon in der Hand halten und benutzen. Derzeit sind sie in Rheinland-Pfalz im Einsatz, wo sie laut Bilger gute Ergebnisse erzielt haben.

Bilger sagte der dpa, die Technologie könne dazu beitragen, die Vorschriften konsequenter durchzusetzen und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Er verwies auf mehr als 1.000 Unfälle pro Jahr, an denen durch elektronische Geräte wie Mobiltelefone abgelenkte Fahrer beteiligt sind.

Eine landesweite Einführung würde eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes erfordern, sagte Bilger. Er fügte hinzu, dass er auf Wunsch der Länder eine gemeinsame Lösung unterstützen würde. In einem bei der Verkehrsministerkonferenz erörterten Papier hieß es, das Bundesverkehrsministerium sei offen dafür, zu prüfen, ob eine solche Rechtsgrundlage geschaffen werden sollte.

Laut dem Automobilclub ADAC wird eine Monocam an einer Autobahnbrücke montiert und macht hochauflösende Aufnahmen durch die Windschutzscheibe eines Fahrzeugs. Das System prüft, ob sich im Bereich des Fahrers ein Mobiltelefon befindet und ob eine dazu passende Handhaltung vorliegt. Wird beides erkannt, nimmt es ein Foto auf, das anschließend von geschulten Polizeibeamten überprüft wird.

Die Nutzung eines Telefons am Steuer kann mit einem Bußgeld von 100 € und einem Punkt im Fahreignungsregister geahndet werden, so der ADAC. Gefährdet der Verstoß andere oder verursacht er einen Unfall, steigt das Bußgeld auf 150 € beziehungsweise 200 €, zudem gibt es zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot. Telefonate sind über Freisprecheinrichtungen, ein eingebautes Fahrzeugsystem oder ein Bluetooth-Headset erlaubt; während der Fahrt ein Telefon in der Hand zu halten oder ans Ohr zu nehmen, ist verboten.

Quellen: Tagesschau.