China will Astronauten vor 2030 auf dem Mond landen lassen. Das geht aus Plänen hervor, die Wang Xiang, Chefkonstrukteur des chinesischen Mondforschungsprogramms, vorgestellt hat. Wang erläuterte das Vorhaben am vergangenen Wochenende auf dem 7. Symposium für bemannte Raumfahrt in Peking, wie Xinhua sowie Berichte von Ars Technica und SpaceNews melden.
Für die Mission sollen zwei Raketen des Typs Long March 10 eingesetzt werden. Eine soll die Mondlandefähre Lanyue in eine Mondumlaufbahn bringen, während die andere das bemannte Raumschiff Mengzhou startet. Nachdem sich die beiden Fahrzeuge getroffen und angekoppelt haben, sollen zwei der drei Besatzungsmitglieder in die Lanyue umsteigen und zur Mondoberfläche reisen. Anschließend sollen sie zur Mengzhou zurückkehren.
Wang sagte, das Vorgehen passe zu Chinas bestehenden technischen Fähigkeiten und seiner Infrastruktur. Die getrennte Entwicklung des Raumschiffs und der Landefähre könnte zudem eine standardisierte Produktion ermöglichen, berichtete Xinhua. Der Plan sieht in den kommenden Jahren unbemannte Testflüge der Fahrzeuge vor.
Auch die Vereinigten Staaten streben im Rahmen des Artemis-Programms der NASA eine bemannte Mondlandung an. Artemis 3 ist für 2027 angesetzt; die erste bemannte Mondlandung der NASA im Rahmen des Programms ist für 2028 geplant. Die Quelle weist darauf hin, dass sich Zeitpläne für Raumflüge ändern können.
Chinas Programm lässt sich von außen nur schwer beurteilen. Xinhua hat berichtet, die Entwicklung der Rakete, des Raumschiffs und der Landefähre verlaufe reibungslos. Zugleich musste das Programm Rückschläge hinnehmen, darunter die Explosion einer Rakete des Typs Long March 7A kurz nach dem Start im August.
Der stellvertretende NASA-Administrator Amit Kshatriya hat argumentiert, dass der Westen das Rennen zum Mond unbedingt gewinnen müsse. In einem Interview mit dem Spiegel warnte er, China werde seine Erkenntnisse möglicherweise nicht teilen und bei gemeinsamen Standards nicht mitarbeiten, falls das Land zuerst den Mond erreiche. Dies könne den Einfluss des Westens auf künftige Regeln für die Erforschung des Weltraums einschränken.
Quellen: Der Spiegel.