Alaska, der größte, aber am dünnsten besiedelte US-Bundesstaat, entwickelt sich zu einem kritischen Schauplatz, der bei den Zwischenwahlen 2026 über die zukünftige Mehrheit im US-Senat entscheiden könnte. Ian Hartman von der University of Alaska Anchorage beschreibt das Rennen als eines der drei oder vier wichtigsten Wettbewerbe und möglicherweise sogar als den bedeutendsten Einzelkampf. Trotz der traditionellen republikanischen Neigung des Staates liegt die Demokratin Mary Peltola derzeit in den Umfragen vorn.

Eine Schlüsselbevölkerungsgruppe in diesem Rennen sind die etwa 230 indigenen Gemeinschaften in Alaska. Obwohl Peltola selbst indigener Herkunft ist und zum Volk der Yup’ik gehört, bleibt die Mobilisierung dieser Wähler eine Herausforderung. Sharon Hildebrand, Vorsitzende der Tanana Chiefs Conference, stellt fest, dass zwar Indigene 25 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung im Staat ausmachen, typischerweise jedoch nur 11 Prozent ihrer Bevölkerung zur Wahl gehen. Gemeindeleiter arbeiten nun daran, diesen Trend zu ändern.

Wirtschaftlicher Druck prägt die Kampagne, insbesondere in Bezug auf steigende Kosten für Lebensmittel und Kraftstoff, die Alaska-Bewohner aufgrund langer Winter und großer Entfernungen härter treffen als anderswo. Brooke Wright, eine Mutter von sechs Kindern aus der Koyukon-Athabaskan-Gemeinschaft, berichtet, dass ihr Gehalt nicht mehr so weit reicht wie früher. Sie hebt hervor, wie internationale Konflikte, wobei sie speziell den Iran-Krieg erwähnt, die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe getrieben haben, was kleine Dörfer mit einer Bevölkerung von 100 bis 500 Einwohnern unverhältnismäßig stark trifft.

Handelspolitiken beeinflussen die Wähler auch an Orten wie Kodiak, einer traditionell republikanisch gehaltenen Fischerinsel. Kapitän Jake Everich stellt fest, dass unter Donald Trump eingeführte Zölle die Kosten für importierte Güter wie Motorteile und Computersysteme für Brücken verdoppelt haben und so eine instabile Umgebung für die Planung geschaffen haben. Terry Haines, der Bürgermeister von Kodiak, fügt hinzu, dass Dieselpreise von vier Dollar pro Gallone bereits besorgniserregend waren, aktuelle Niveaus jedoch einige Fischer dazu veranlassen, zu hinterfragen, ob sie es sich überhaupt leisten können, den Hafen zu verlassen. Diese wirtschaftlichen Belastungen veranlassen ehemalige republikanische Unterstützer wie Everich, über eine Stimme für Die Demokraten nachzudenken.

Peltola steht jedoch vor einer potenziellen Komplikation im Zusammenhang mit einem "doppelten Dan Sullivan"-Szenario. Berichte deuten darauf hin, dass Demokraten nach Personen suchten, die den Namen des amtierenden republikanischen Senators trugen, um Verwirrung auf dem Stimmzettel zu erzeugen. Sie fanden einen pensionierten Lehrer namens Dan Sullivan, der ohne offensichtliche Ambitionen, das Amt zu bekleiden, antrat. Während Ian Hartman diese Taktik als unethisch und möglicherweise unschicklich bezeichnet, stellt er fest, dass sie wahrscheinlich nicht illegal ist. Dennoch könnten diese Enthüllungen Peltola Stimmen kosten und sich als entscheidender Faktor bei der Wahl erweisen.

Quellen: Tagesschau.